Tod in Degerloch

Tod in Degerloch
von Martina Fiess

emons
ISBN 978-3897057074
Preis 9,90 €

Ein Stuttgart-Krimi

Bea Pelzer erbt ein altes Haus von ihrer Lieblingstante Fanny, dem schwarzen Schaf der Familie. Kaum entdeckt die Werberin bei Gartenarbeiten Knochen und einen wertvollen Anhänger, wird sie bedroht und ein Unbekannter versucht einzubrechen. Statt die Polizei zu rufen, beginnt Bea selbst zu ermitteln. Denn auf einem alten Familienfoto trägt ihre Tante genau diesen Anhänger. Schnell stellt sich heraus, dass die Knochen von einem menschlichen Skelett stammen. Auf dem Dachboden entdeckt Bea eine heiße Spur: eine Pistole und Liebesbriefe eines Nachbarn, der spurlos verschwand. Hat der attraktive Alex, der heftig mit ihr flirtet, etwas damit zu tun? Und was verschweigt ihre Mutter? Als Bea auf ein blutiges Familiengeheimnis stößt, überschlagen sich die Ereignisse. Ein Mord geschieht – und Bea gerät in die Schusslinie eines skrupellosen Verbrechers.
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Martina Fiess
Als Journalistin hat sie Leichen im Keller anderer Leute entdeckt, als Lektorin Bücher produziert und als Werbetexterin Ideen verkauft, für die sie früher verbrannt worden wäre. Dank dieser exzellenten Vorbildung schreibt die promovierte Philosophin und geborene Badenerin nun Krimis. Seit sie in Stuttgart lebt, betreibt sie in vielen Kurzkrimis und drei Romanen eine sehr persönliche Variante der Heimatpflege, verbirgt sich hinter exakt geschnittenen Ligusterhecken, frisch gestärkten Rüschenvorhängen und Reinlichkeitsritualen wie der Kehrwoche doch manch dunkles Geheimnis.

http://www.martina-fiess.de
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Drei Fragen an Martina Fiess

Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn?
Bereits in der Grundschule. Mein erstes reales Verbrechen war der Diebstahl eines Mon Cheries von der Ladentheke.

Wie viele Verbrechen gehen auf Ihr Konto?
Literarisch so ziemlich alles außer Serien- und Massenmord. Bevorzugt Erpressung oder Entführung und Raub, in Romanen Mord und Totschlag. Meine erste Tat war übrigens schwere Körperverletzung am Geschlechtsteil eines aufdringlichen Nachbarn … Noch heute Thema Nummer 1 bei meinem Analytiker.

Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?
Meine Großeltern sind schuld. Schon als kleines Mädchen durfte ich bei ihnen Freitagabends ohne Wissen meiner Eltern „Aktenzeichen XY … Ungelöst“ sehen. Natürlich schieben meine Eltern heute alles, was in meinem Leben nicht nach ihrem Plan läuft – und das ist eine ganze Menge - auf diese schlimme Erfahrung.

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Pressestimmen

„Martina Fiess spielt mit den zwischenmenschlichen Beziehungen der Figuren und zeigt am Ende, dass hinter jeder noch so perfekten und spießbürerlichen Existenz dunkle oder schmerzliche Lebenswege stehen … In einer spannenden Sprache führt die Autorin ihre Leser chronologisch durch die Handlung, wobei die vielen Dialoge die Erzählung sehr lebendig machen. Entlang des Mordfalls werden die Figuren immer wieder im Einzelnen fokussiert. Man lernt die Charaktere kennen und ist manchmal erstaunt, wer schließlich hinter diesen steckt.“
Stuttgarter Wochenblatt

„Der dritte Band Tod in Degerloch ist eine gute Mischung aus Spannung und Humor, bei dem auch eine Prise Romantik nicht fehlt. Insgesamt eine vergnügliche Ferienlektüre.“
Staatsanzeiger Baden-Württemberg

„… ein kurzweiliges Buch. Spannend werden die Folgen eines verhängnisvollen Erbes und eines schrecklichen Beziehungsdramas beschrieben. Mitgerissen von der Handlung entdeckt der Leser Stuttgart von einer ganz anderen Seite. Die ideale Urlaubslektüre, denn wenn man einmal angefangen hat, mag man das Buch nicht mehr zur Seite legen.“
Das Neckar-Magazin
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Leseprobe

Seit über vier Wochen beobachtete er nun schon das Haus und seine neuen Bewohner. Es waren zwei junge Frauen. Die eine fuhr früh mit einem Mazda weg und kehrte am Abend zurück. Die andere saß oft im Vorgarten, las oder arbeitete an ihrem Laptop. Überall im Garten blühten weiße und violette Fliederbüsche. Wenn er das Seitenfenster herunterdrehte, konnte er den schweren, süßlichen Duft riechen. Wenigstens etwas, das sich nicht verändert hatte. Noch immer füllten die Geräusche aus dem Gefängnis seinen Kopf. Das Klirren der schweren Schlüsselbunde, das ihn tagsüber begleitete und nachts aufschrecken ließ, Stahltüren, die laut ins Schloss fielen, die Schiffsglocke, die jeden Morgen um zwanzig vor sieben zur Arbeit läutete. Morgens wachte er um Punkt sechs Uhr auf, und um elf abends kam der Schlaf, am Wochenende eine Stunde später. Es würde dauern, bis er seinen eigenen Rhythmus wiedergefunden hatte.
Diesmal parkte er ein Stück weiter weg. Mit dem Fernglas hatte er den Garten von hier aus gut im Blick. Den Frauen war mittlerweile aufgefallen, dass er sie und das Haus belauerte. Das war ihm egal. Lange würde es sowieso nicht mehr dauern. Es wurde Zeit, endlich alte Rechnungen zu begleichen.
Heute wollten die Frauen einen Baumstumpf neben dem Gartentor ausgraben. Die Schlanke mit den langen dunklen Haaren hieb mit einer Axt so ungeschickt auf die freigelegten Wurzeln ein, dass er unwillkürlich den Kopf schüttelte. Die andere wirkte wie eine Träumerin. Ihre Aufmerksamkeit galt dem blassblauen Himmel, in dem hellgraue Wolkenfetzen trieben wie Flocken saurer Milch in einer Tasse Kaffee.
Er war nicht der Einzige, der die Frauen beobachtete. Vom Nachbargrundstück aus ließ sie ein älterer Mann in einem dunkelblauen Trainingsanzug kaum aus den Augen. Der Nachbar lebte schon lange hier, würde ihn aber bestimmt nicht erkennen.
Als die ersten Tropfen des Sommergewitters auf die Frontscheibe klatschten, wendete er und fuhr davon. Im Wagen hing noch immer der Fliedergeruch und rief die Erinnerung an bessere Zeiten wach.

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