Arkadiertod
Linthdorfs dritter Fall
Viernau, Thomas L.
XOXO-Verlag, ein Imprint der Eisermann-Media GmbH
Taschenbuch, paperback, 98 Seiten, 98 Abb.
Linthdorf ermittelt in den arkadischen Landschaften Brandenburgs...
Eine merkwürdige Beobachtung wird für Kommissar Linthdorf von der Brandenburger Kripo zum Ausgangspunkt einer gefährlichen Jagd nach einem systematisch vorgehenden Mörder. Ein nach außen harmloser Verein geschichts- und kulturinteressierter Senioren interessiert ihn besonders: der Arkadische Verein, dessen Mitglieder sich auch als Arkadier bezeichnen. Nach und nach verschwinden immer mehr Arkadier von der Bildfläche, tauchen als Tote an ungewöhnlichen Orten auf und geben Linthdorf und seinen Leuten immer mehr Rätsel auf. Ungeheuerliches wird erkennbar: kriminelle Verwicklungen auf höchster Ebene, ein außer Kontrolle geratener Staatssekretär, der Linthdorf das Leben schwer macht und auch private Rückschläge, die ihm stark zusetzen. Das Jahresende hatte er sich anders vorgestellt. Außerdem gibt es noch die geheimnisvollen Akten aus der Zeit der Napoleonischen Besatzung. Ein ominöses Attentat preußischer Beamter, Verwicklungen der Hofgärtner von Sanssouci und das Verschwinden von Unterlagen über das Attentat scheinen auf merkwürdige Art und Weise mit den laufenden Ermittlungen Linthdorfs zu tun zu haben. Immer tiefer gerät Linthdorf in den Sumpf aus Schwarzgeld, Kunstdiebstählen und Habgier. Selbst seine eigenen Leute, vornehmlich sein Chef, Dr. Nägelein, scheinen in dem undurchsichtigen Netzwerk mitzumischen. Am Ende muss Linthdorf einen hohen Preis für seine hartnäckigen Forschungen zahlen.
Viernau, Thomas L.
Unter dem Namen Thomas L. Viernau veröffentliche ich inzwischen seit 2012 Krimis. Ich lebe und schreibe in Brandenburg. Geboren 1963 im thüringischen Suhl, aufgewachsen im Thüringer Wald, dann nach Berlin gekommen, ein Wirtschaftsstudium absolviert, nebenbei stets gezeichnet und gemalt, schließlich auch begonnen zu schreiben… Anfangs journalistisch, später dann auch als Sach- und Reisebuchautor. Im Jahre 2003 erschien mit „Reisen zum Tee“ ein Reisebuch in die Länder des Tees. Meine persönlichen Erfahrungen als Teehändler wurden darin zu kleinen Reisebildern verarbeitet. Mein Lebensmittelpunkt lag damals noch in Berlin. In vielen Jobs habe ich gearbeitet, u.a. als Journalist, Maler/Graphiker, Kaufmann, mich dann selbständig gemacht, immer rastlos auf der Suche…Endlich in Brandenburg fündig geworden. Das Land wurde literarische und auch wirkliche Heimat für mich. Familiär bin ich glücklich geschieden, zudem Vater zweier Söhne und Großvater eines kleinen Enkelsohnes. Jetzt lebe ich mit meiner Lebenspartnerin in der Lausitzmetropole Cottbus, arbeite als Lehrer für Kunst an einem Gymnasium und schreibe weiter fleißig… nicht nur Krimis, auch Reisebilder (u.a. die vierbändige Reihe „Die Farben Brandenburgs“ und „Das verschwundene Berlin“), bewege mich auf historischen Pfaden im Fontaneschen Sinne (u.a. die sechsbändige Reihe „Zeichnungen zu Fontanes Wanderungen“), illustriere dazu noch Bücher und male Bilder. Für meinen Verlag lektoriere und korrigiere ich nebenbei Bücher aus vollkommen anderen Genres. Außerdem pflege ich ein paar ungewöhnliche Hobbys: Kraniche gucken, alte Industriebauten entdecken, Enten füttern, Briefmarken sammeln, Tee trinken, dialoglastige französische Filme ansehen, antiquarische Bücher lesen und sammeln, unnütze Dinge aufbewahren.... genug davon.
Ein aufregendes und erfülltes Leben ist das!Ein Auszug aus dem Kapitel "Scholetzkis Fundsachen":
Lindstedt
Immer noch Mittwoch, 27. Dezember 2006
Kalt, ausgesprochen kalt fühlten sich seine Beine und Arme an. Unbequem war die Lage, nichts konnte er wirklich gut bewegen. Beine, Arme – sie schienen nicht mehr zu ihm zu gehören. Ein seltsam taubes Gefühl machte sich in ihm breit. Im Moment konnte er weder sehen, riechen, hören, auch sein Gleichgewichtssinn schien nicht mehr zu funktionieren. Er wusste nicht, ob er lag oder stand. Am liebsten würde er wieder in diesen Dämmerzustand eintauchen, der ihn bis soeben wie ein großes, schwarzes Nichts umgab. Er dachte, also war er zurück aus dem schwarzen Nichts. Was war bloß geschehen? Überhaupt, wo war er? Und warum konnte er sich nicht bewegen?
Ihm wurde schwindlig und ein rasender Schmerz setzte in seinem Kopf ein, sobald er versuchte, diesen zu bewegen. Etwas war passiert. Etwas Unerwartetes, Böses. Mühsam versuchte er zu rekonstruieren, was passiert war. Da waren die Emails in seinem Computer, verstörende Nachrichten. Giftmord, verschwundene Arkadier, dann die Email ohne erkennbare Absenderkennung. Er wollte sie öffnen, doch ein Schlag, den er nur als ein akustisches Warnsignal in seinem Unterbewusstsein wahrgenommen hatte, verhinderte das. Er erinnerte sich an die Spuren im Schnee, als er den Rundgang durch den Park machte.
Jemand war hier, war in sein Reich eingedrungen und hatte auf ihn gewartet! Mein Gott! Was war da los?Fräulein Seidelbast, die Ärmste! Er musste sie warnen. Wenn der Einbrecher … Oh, nein, es waren keine Einbrecher, er spürte, dass es sich hier um eine Bedrohung ganz anderer Art handelte. Endlich hatte er es geschafft, sich zur Seite zu rollen. Alles tat ihm weh, der Untergrund war hart und uneben. Irgendwelche spitzen und scharfkantigen Teile stachen durch seine Jacke und die Weste. Er sah immer noch nichts, spürte aber, dass er irgendetwas über den Kopf gezogen hatte. Das Atmen fiel ihm schwer. Deutlich konnte er das Atemgeräusch vernehmen. Es erinnerte an eine Filmfigur, doch der Name fiel ihm nicht ein. Es war ein Science Fiction mit skurrilen Robotern, verwegenen Verfolgungsjagden im All und sonderbaren Außerirdischen.
Überhaupt, Denken war im Moment außerordentlich mühsam. In seinem Kopf kreiselten Gedankenfetzen. Es war ihm unmöglich, diese zu fixieren. Das Schwindelgefühl wurde immer stärker. Alles drehte sich. Er fiel wieder in ein dunkles Loch. Beim Sturz ins große Nichts vernahm er noch so etwas wie ein Wimmern aus weiter Ferne. Es irritierte ihn für einen winzigen Augenblick, konnte seine Agonie jedoch nicht aufhalten.
