Ein Schuss Honig
Vanne van Ares

Periplaneta


ISBN 978-3-9599-6321-3
Klappenbroschur, März 2026

Berlin, 1953:

Der Vorsitzende des Spandauer Imkervereins wird in seiner Gartenlaube erschossen aufgefunden. Können ein Junge mit Down-Syndrom und die am Tatort gefundenen geheimnisvollen Gaunerzinken zur Aufklärung des Mordes am Bienenzüchter beitragen oder steckt noch weitaus mehr dahinter?

Ein herausfordernder Fall bahnt sich an, über den Kommissar Karl Kron alles andere als erfreut ist, schließlich hat er schon genug Ärger. Seine schwangere Verlobte Hilda besteht darauf, dass er seine Tablettensucht mithilfe einer Therapie in den Griff bekommt, und die Vorbereitungen für die anstehende Hochzeitsfeier mit Familie und Freunden sind in vollem Gange.

Als wäre das alles nicht schon schwierig genug, kommt ihm auch noch der Volksaufstand in der DDR bei den Ermittlungen in die Quere.

Der zweite Fall des eigenwilligen Kommissars – mysteriös, gefährlich und ein Wettlauf gegen die Zeit!

Vanne van Ares

Vanne van Ares

Vanne van Ares ist Diplom-Übersetzerin und Autorin mit einer ausgeprägten Leidenschaft für die 50er Jahre. Bereits als Studentin hat sie an der deutschen Übersetzung von "Paula, du bist Laura! Geraubte Kinder in Argentinien" von Analía Argento mitgearbeitet und die Kurzgeschichte "Marvins Herz" des Künstlers Herr Horst lektoriert.

Im Jahr 2023 debütierte sie schließlich mit ihrem ersten eigenen historischen Berlin-Krimi "Der Marionettenmacher" beim periplaneta Verlag.

Nun folgt mit "Ein Schuss Honig" der zweite Band der Reihe um Kommissar Karl Kron.

Mehr Infos unter:

Fragen der SYNDIKATS-Redaktion an Vanne van Ares

Wo schreibst du am liebsten?

Immer noch unergonomisch am Esstisch. 

Welcher ist dein Lieblingskrimi?

Es gibt so viele tolle Geschichten da draußen, da kann man nicht nur einen Krimi nennen!

Warum bist du im SYNDIKAT?

Um Teil einer Gemeinschaft zu sein, die sich für Autorenrechte stark macht und um viele nette Kollegen kennenzulernen.

Dein Lieblingswort?

Ganz klar „Schwellbalken“, da mir dieser terminologische Begriff beim Schreiben einer Schlüsselszene des 2. Krimis fehlte. Ein lieber Freund und gelernter Tischler konnte aber Abhilfe schaffen. Danke Naber :-) !         

Dein Lieblingsmord?

Sollte mysteriös und raffiniert sein.

Deine persönlich meist gehasste Frage?

Grundsätzlich bewerte ich es positiv, wenn Leute Fragen stellen. Daher gibt es für mich keine doofen oder gehassten Fragen.          

Leseprobe

 

Prolog
„Das ist das Ende. Für mich der Beginn des Lebens.“
Dietrich Bonhoeffers letzte Worte, 9. April 1945

Nach etlichen verregneten Wochen schien endlich die Sonne
durch die Wolken, das Thermometer zeigte 28 Grad – und genau
heute sollte die Einweihung stattfinden. Karl hätte den Tag
viel lieber in seinem Liegestuhl verbracht, wenn er schon
gezwungen war, sich draußen aufzuhalten. Stattdessen rann
ihm der Schweiß in Strömen herunter, als er den neu
gekauften, gelben Sonnenschirm mit den Quasten in den
Ständer steckte und aufspannte. Unter seinen Achseln
begannen sich dunkle Flecken auf dem Stoff des Anzughemdes
abzuzeichnen. Er fühlte sich einfach unwohl und tupfte mit
einem Tuch über die nasse Stirn, während er seinen Blick im
Garten umherschweifen ließ. Die Salatköpfe standen in Reih
und Glied, die angehäufelten Kartoffeln hatten wunderbare
kleine Blüten ausgebildet und die Kürbispflanzen begannen,
ihre Ranken nach allen Seiten auszustrecken. Bei der Hitze
würde er abends noch gießen müssen, dachte er sich und
stemmte die Hände in die Hüften. Dabei merkte er, wie ihm
sein Hemd am Rücken festklebte. Ein einsetzendes laues
Lüftchen kam daher wie gerufen. Erleichtert nahm er den
kühlenden Effekt auf seiner Haut wahr.

Die Brise ließ auch die helle Gartentischdecke an den Enden leicht
flattern und verwandelte sie in einen wallenden weißen Vorhang.
Karl, der von den Bewegungen des Tischtuchs wie gefesselt war,
fühlte sich sofort in den Spiegelsaal von Clärchens
Ballhaus zurückversetzt und konnte die schlagartig in ihm
aufsteigende Angst fast schmecken. Seit seiner Zeit in der
Wehrmacht war es damals das erste Mal gewesen, dass der Tod
nur einen Wimpernschlag von ihm entfernt gelauert hatte.