Miss Moore und die Stolpersteine
Ruth Weiss

Verlag Edition AV

Taschenbuch

ISBN 978-3-8684-1319-9

18,– € [D], 18,50 € [A]
Die ehemalige britische Geheimagentin Miss Emily Moore wird von ihrer früheren Sekretärin Mary Thomson zu einer Stolpersteinlegung nach Deutschland eingeladen. Eine willkommene Abwechslung in ihrem Ruhestand. Doch kaum sind Miss Moore und ihre beiden Begleiterinnen im münsterländischen Burghofen angekommen, wird eine der beiden jungen Frauen ermordet. Wie es scheint, freut sich nicht jeder im Ort über die neuen Stolpersteine, mit denen an die von den Nazis ermordeten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger erinnert werden soll. Nicht nur die Polizei, auch Miss Moore beginnt zu ermitteln, und schnell findet sie heraus, dass Mary Thomson Recherchen über die ehemaligen jüdischen Bürger und die Nazis der Kleinstadt begonnen hat, die nicht jedem in den Kram passen ...

Scharfsinnig und hartnäckig wie immer gelingt es Miss Moore nach und nach, Licht ins Dunkel des Falles zu bringen, dessen Wurzeln bis in Deutschlands dunkle Vergangenheit zurückreichen ...
Ruth Weiss

© rwg2021

Ruth Weiss

26.07.1924-05.09.2025

Ruth Weiss wurde 1924 als Kind jüdischer Eltern in Fürth bei Nürnberg geboren. Der Vater, Richard Löwenthal, verliert bereits kurz nach dem Beginn der Naziherrschaft 1933 seine Arbeitsstelle und wandert mit Hilfe von Verwandten nach Südafrika aus. 1936, nach der Verkündigung der Nürnberger „Rassegesetze“, kann auch die restliche Familie, darunter die 11-jährige Ruth, nach Johannesburg nachkommen, auf dem letzten Schiff mit jüdischen Geflüchteten, das in Südafrika anlegen darf.

Hier findet die Familie eine neue Heimat („Mein Herz ist in Afrika“). Sensibilisiert durch das eigene Schicksal als Jüdin und durch ihre Mitarbeit im „Unabhängigen Kulturverein“, einem Zusammenschluss deutscher Emigranten, darunter zahlreiche Intellektuelle wie Schriftsteller und Künstler, entwickelt die junge Ruth Weiss schon bald politisches Verständnis und Bewusstsein. Mit vielen dieser Menschen verbindet sie eine lebenslange Freundschaft.

eit 1960 schreibt sie als Journalistin gegen das Unrecht der Apartheidpolitik in Südafrika, gegen Rassismus und Diskriminierung an. In dieser Zeit lernt sie auch Nelson Mandela kennen. 1966, als sie zu einem beruflichen Aufenthalt im benachbarten Südrhodesien (heute Zimbabwe) weilt, erhält sie von der südafrikanischen Regierung Einreiseverbot. Erst 1992, nach dem Ende der Apartheid und der ersten freien, demokratischen Wahl, durch die Nelson Mandela zum südafrikanischen Präsidenten gewählt wird, kann sie Südafrika wieder besuchen. Als anerkannte Wirtschaftjournalistin erlebt Ruth Weiss die Jahre der Unabhängigkeitsbestrebungen im südlichen Afrika mit und hat Kontakte zu allen wichtigen afrikanischen Freiheitskämpfern. Ende der 60er Jahre muss sie auch Rhodesien verlassen, da sie allzu offen berichtet, wie es der weißen Minderheitsregierung gelingt, die UN-Sanktionen zu umgehen.

Eine berufliche Tätigkeit beim „Guardian“ in London und der „Deutschen Welle“ in Köln schließen sich an. Danach kehrt sie nach Afrika zurück, arbeitet in Sambia und Zimbabwe für bekannte englische, deutsche und afrikanische Zeitungen, auch als Ausbilderin für Journalisten. In dieser Zeit interviewt sie Kanzler Willy Brandt und begleitet 1975 Außenminister Genscher auf seiner Afrikareise. Sie veröffentlicht eine Anzahl von Büchern über die Probleme Südafrikas und schreibt Romane und Jugendbücher.

Ihr Leben wird durch eine vielseitige Reisetätigkeit bestimmt. Sie hat nicht nur fast alle Länder des afrikanischen Kontinents besucht, auch nach China und Japan führt sie ihre Arbeit. Nach Beendigung ihrer Berufstätigkeit zu Beginn der 90er Jahre lässt sie sich zunächst auf der Isle of Wight an der englischen Südküste nieder.

Danach lebte sie einige Jahre in ihrem Geburtsland Deutschland, wo sie weiter als freie Schriftstellerin tätig war. 2015 zog sie aus Altersgründen nach Dänemark zu ihrem Sohn und dessen Familie.

 „In all diesen Jahren hörte ich nicht auf zu lernen. Das Wichtigste war wohl die Erfahrung, dass Menschen nicht gleichartig, wohl aber gleichberechtigt sind. Ich lernte, dass Angehörige verschiedener Kulturen miteinander leben können, dass es jedoch schwer ist, eine fremde Kultur wirklich zu erleben.“

 

Anlässlich ihres 100. Geburtstags verleiht das SYNDIKAT die Ehrenmitgliedschaft an Ruth Weiss.