Schwalbe zieht nach Süden
Helmut Jäger
Sparkys Edition Verlag Kommunikation Romer
Alles ist im Fluss und endet im Nichts.
»Ich komme mir vor, wie auf einer Gedankenirrfahrt. Wenn ich aus dem Zugfenster schaue, gleitet draußen die Gegenwart vorbei und hier drinnen bewege ich mich in einer permanenten Erinnerungsschleife durch meine Vergangenheit.«
Giovanni Battista Schwalbe ist zehn Jahre alt, sein Vater, ein italienischer Gastarbeiter der ersten Generation, kehrt aus dem Heimaturlaub nicht mehr zu seiner Familie nach Deutschland zurück. Bereits im Kindesalter gerät Schwalbes Leben aus den Fugen. Der frühe Vaterverlust, das Zerbrechen der Familie, die Abschiebung in ein Klosterinternat, begleiten ihn ein Leben lang. Doch ein nach Jahrzehnten aufgetauchter Brief eines italienischen Cousins verändert alles. Auf der Reise zu seinen italienischen Wurzeln und der Familie seines verstorbenen Vaters, trifft Schwalbe im selben Abteil des Zugs nach Bologna Centrale, auf die Klosterschwester Agnes und die Studentin Sarah.
In den Stunden im Zug erlebt Schwalbe eine rasante Achterbahnfahrt durch sein Leben voller schmerzhafter Erinnerungen, aber auch skurriler Begegnungen und Erlebnisse. Manchmal traurig anrührend, dann wieder tragisch-komisch und immer mit einem Schuss Selbstironie oder gar Sarkasmus. Schwester Agnes‘ einfühlsames Herantasten an seine Befindlichkeiten und Sarahs jugendliche Unbekümmertheit, eröffnen ihm einen anderen, neuen Blick auf das Leben.

© Foto: Elke Obser Photography
Helmut Jäger
Helmut Jäger ist im oberbayerischen Chiemgau aufgewachsen und lebt seit 1991 mit seiner Familie in der Nähe von Ravensburg. Schon früh kam er als Mitglied des Münchener Poetenstammtischs zum Schreiben. Seine Bestimmung hat er als Autor von Kriminalromanen gefunden. Bisher hat er drei Krimis mit dem Privatermittler Carl Sopran veröffentlicht. Ein vierter ist in Arbeit. Nun hatte er Lust, einen Roman ohne Morde zu schreiben. Mit »Schwalbe zieht nach Süden«, erschienen im Dezember 2024, zeigt Helmut Jäger auf bemerkenswerte Weise, dass er auch anders kann.
