Stationen vergessenen Glücks
Manchmal muss man losgehen, um zu begreifen, wo man steht
Friedrich Ani
Suhrkamp Verlag
Broschur
An einem »sonnenüberstrahlten Tag im Juni« bricht Jakob Vrell von zu Hause auf und steuert das Café eines Freundes an. Jeden Schritt, jedes Wort, das er sagen möchte, hat er sich genau zurechtgelegt. Doch immer wieder lässt ihn etwas innehalten, Umwege einschlagen, in Gedanken abschweifen. Am Ende hat er das Café erreicht, ebenso wie die anderen Stationen vergessenen Glücks, aber auch die Erkenntnis gewonnen, dass Pläne nichts gelten, wenn das Leben dazwischenkommt.
Das Studium an der Kunstakademie brach Jakob Vrell ab, als das Familienerbe rief. Er übernahm das Lokal der Eltern und führte es erfolgreich, bis die Krise ihn aus der Bahn warf. Jetzt macht er sich auf den Weg durch München, besucht alte Weggefährten und zieht Bilanz. Was bleibt vom Leben, wenn die scheinbar vernünftige Entscheidung sich als ebenso brüchig erweist wie der einstige Traum vom Künstlerdasein? Was bleibt von Liebe und Freundschaft? Und was veranlasst einen, an genau diesem Leben festzuhalten?
Einen Vormittag, mehr braucht Friedrich Ani in dieser Erzählung nicht, um in seiner unnachahmlichen Art ein Leben, ein Milieu und die Verwicklungen der Seele aufscheinen zu lassen und miteinander zu verweben.
© Peter von Felbert
Friedrich Ani
Geboren 1959 in Kochel am See. Von 1981 bis 1989 arbeitete er als Reporter und Hörfunkautor. Seine Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Staatlichen Förderungspreis für Literatur des Bayerischen Kultusministeriums, dem Literaturförderpreis der Stadt München sowie dem "Radio-Bremen-Krimi-Preis". Seinen Roman "Die Erfindung des Abschieds" wählten Kritiker in der Schweiz als einziges deutschsprachiges Buch unter die zehn besten Kriminalromane der neunziger Jahre. Für fünf seiner Romane um den Vermisstenfahnder Tabor Süden erhielt Ani den Deutschen Krimipreis. Sein Kriminalroman "Idylle der Hyänen" wurde 2006 mit dem Buchpreis der Stadt München, dem Tukan-Preis, ausgezeichnet, der für "das formal und inhaltlich am besten gelungene Buch des Jahres" verliehen wird.
Daneben veröffentlichte Ani mehrere Jugendbücher, u.a. "Wie Licht schmeckt" (verfilmt von Maurus vom Scheidt) und "Das unsichtbare Herz". Seine Romane wurden bisher ins Spanische, Französische, Dänische, Holländische, Chinesische und Koreanische übersetzt. Friedrich Ani ist Absolvent der Drehbuchwerkstatt an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Er schrieb für die TV-Reihen "Tatort", "Stahlnetz", "Ein Fall für zwei", "Rosa Roth" sowie mehrere Fernsehspiele. Er lebt in München.
