Bisherige PreisträgerInnen
Die bisherigen PreisträgerInnen in der Kategorie "Roman"
2024: Joachim B. Schmidt: Kalmann und der schlafende Berg, Diogenes

Joachim B. Schmidt
Kalmann und der schlafende Berg (Diogenes)
Foto ©Eva Schram/ © Diogenes Verlag
Die Begründung der Jury:
Unfreiwillig findet sich Kalmann im Hauptquartier des FBI in Washington wieder. Ausgerechnet er, der „Sheriff“ von Raufarhöfn. Dabei sollte er bloß seine amerikanische Familie kennenlernen. Dank der jungen FBI-Agentin Dakota Leen landet er nicht im Gefängnis, sondern bald wieder sicher zu Hause in Island. No need to worry. Dass sein Name von nun an auf einer schwarzen Liste steht, stört ihn nicht, teilt er dieses Schicksal doch mit seinem kürzlich verstorbenen Großvater.
Eine Tatsache, die seinen Verdacht, dieser sei ermordet worden, erhärtet. Zielstrebig nimmt er die Ermittlungen auf, nichtsahnend, in welch ein explosives Wespennest er stechen wird.
In „Kalmann und der schlafende Berg“ begegnet uns eine der liebenswertesten und eindrücklichsten Figuren der gegenwärtigen Kriminalliteratur zum zweiten Mal.
Erinnerungen durch den eingeschränkten Blick eines naiven Erzählers zu filtern, ist ein genialer Kunstgriff des Autors. Selbst epochale Weltgeschichte können wir so in einem neuen Licht betrachten, bar jeder herkömmlichen Bewertung. Eine Fähigkeit, die uns in medial verhetzten Zeiten nahezu verlorengegangen ist.
Kalmann beobachtet, analysiert und handelt nach einfachen Regeln: Wenn jemand Hilfe braucht, hilft man. Wenn man verloren geht, bleibt man stehen. Das ist ein Naturgesetz.
Mit starken Bildern führt uns der Autor an die raue, pittoreske Natur Islands und seine Bewohner heran. Die passgenaue Wortwahl lässt uns mit seinem Helden staunen, stöhnen, lachen und zittern. Denn es wird auch brandgefährlich. Nicht nur für den Sheriff, der erneut die Welt retten muss - und uns grübelnd zurücklässt, ob der Mann mit der Fischsuppe im Kopf nicht doch der Klügere ist.
„Kalli minn, du bist ein Weiser“, sagt seine Mutter. „Korrektomundo“, sagen wir und ergänzen: „Joachim B. Schmidt, du bist ein magischer Autor.“
Außerdem nominiert waren:
Vera Buck: Wolfskinder (Rowohlt Polaris)
Sabine Kunz: Die Saubermacherin. Wischen impossible (Gmeiner)
Elsemarie Maletzke: Agathes dunkler Garten (Schöffling & Co.)
Sven Stricker: Sörensen sieht Land (rororo)
Jury:
Jochen Bender, Ricarda Oertel, Beate Ferchländer, Dorle Gelbhaar, Reimer Eilers und Moni Reinsch (Jury-Organisation)
2023: Ellen Dunne: Boom Town Blues, Haymon
Foto © Orla Connolly
Die Begründung der Jury:
Zuerst passiert ein Mord. Dann gibt es eine Leiche in der österreichischen Botschaft in Dublin.
Drogenbanden kommen ins Spiel, skrupellose Immobilienhaie und Banken, unfähige Politik.
Es wird komplizierter, weitere Verbrechen geschehen, es passiert Überraschendes. Schließlich löst sich alles auf …»Boom Town Blues« von Ellen Dunne ist ein ganz normaler Krimi.
Und trotzdem ist er etwas ganz Besonderes. Die ersten zwei Sätze deuten es schon an:
»Die Stadt glitzert heute Abend. Funkelt wie die Augen eines Wahnsinnigen.«
Nach den ersten Seiten ist man sich sicher: Dieses Feuerwerk, das die Autorin hier sprachlich zündet, hält sie nicht durch.
Tut sie aber. Da blitzen Ironie auf und Sarkasmus, Intelligenz, Lebensfreude – und ganz viel Witz. Hier überfallen einen manchmal die Sätze von hinten und machen einen sprachlos. Im positiven Sinn. DAS macht das Buch zu etwas Besonderem. Es ist eine pure Freude, dieses Buch zu lesen. Man weiß nie, von woher man im nächsten Satz angefallen wird. Und freut sich darauf.
Außerdem nominiert waren:
- Frauke Buchholz: Blutrodeo (Pendragon)
- Linus Geschke: Das Loft (Piper)
- Jan Costin Wagner: Am roten Strand (Galiani)
- Inken Witt: Warten.Leben.Sterben (Piper)
Für den Glauser-Preis 2023 konnten bis zum 30. November 2022 deutschsprachige Kriminalromane von Verlagen eingereicht werden, deren Erscheinungstermin zwischen Dezember 2021 und November 2022 lag (Originalausgaben).
Jury:
Anja Marschall, Ulf Kartte, Andreas Schäfer, Christof Gasser, Tommie Goerz (= Dr. Marius Kliesch) und Moni Reinsch (Jury-Organisation)
2022: Jörg Juretzka: Nomade, Rotbuch Verlag
Foto: Harald Hoffmann


Begründung der Jury:
Kristof Kryszinski spürt in der afrikanischen Wüste vermisste Menschen auf, teils, um gegen Lohn deren Leben zu retten, teils, um seinem Vagabundendasein einen Sinn zu geben. Touristen durchqueren die Wüste, um sich von der Zivilisation zu erholen, während Einheimische auf der Flucht in die westliche Zivilisation sind. Kryszinski trifft Warlords, überschreitet im doppelten Wortsinn Grenzen, findet und beerdigt Tote. Er ist einsam unterwegs, begleitet nur von seiner Hündin Bella, bis er auf eine anspruchsvolle einheimische Schönheit trifft.
Juretzkas Wüste lebt. Sein flott-witziger Ton und sein staubtrockener Humor überdecken beinah seine subtile Kritik am Menschenhandel, an der Religion und der Rolle, die Frauen in afrikanischen Gesellschaften oft zugewiesen wird. Sein Ruhrpott-Ex-Detektiv Kristof Kryszinski ist so sensibel wie knorrig und einfach Kult.
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Die bisherigen PreisträgerInnen in der Kategorie "Debütroman"
2024: Caroline Seibt: Gestohlenes Kind, dp Digital Publishers

Caroline Seibt
Gestohlenes Kind (dp Digital Publishers)
Foto © dp Digital Publishers
Caroline Seibt legt mit „Gestohlenes Kind“ einen Debütroman vor, der die Jury durch seine Spannung, Struktur und Sprache überzeugt hat. Thematisch geht es um Vergeltung, aber auch um Familie. „Gestohlenes Kind“ erzählt eine Geschichte, die zwischen den Jahren 1985 und 2008 spielt – dem Leser wird schnell klar, dass die Lösung des Falls in der Vergangenheit liegen muss. Schon am Ende des ersten, sehr kurzen Kapitels liegt Jakob Heins alkoholkranke Mutter halbtot geschlagen in ihrer Wohnung, der Zehnjährige selbst ist in den Fängen dubioser Männer.
23 Jahre später verbrennt sich am Berliner Hauptbahnhof ein Mann, und Kommissar Theo Weiland übernimmt die Ermittlungen – auch weil der Tote eine alte Visitenkarte Weilands bei sich trägt. Caroline Seibts kurze, prägnante Sätze erzeugen Tempo und Spannung. Jakob landet im Heim, eine Aufbewahrungsanstalt, in der Kinder gequält und misshandelt werden. Ohne Chance, dieser Hölle zu entgehen. Geschickt verbindet die Autorin aktuelle Ermittlungen mit Rückblenden.
Der Stoff, den Caroline Seibt sich für ihren Debütroman ausgesucht hat, ist aktuell und berührend, weil es um Kinder geht, denen Unrecht geschieht und die ein Leben an einem Ort führen müssen, an dem sie niemand schützt. Die andere Erzählebene zeigt auf beeindruckende Weise, was es mit Menschen macht, die psychische und physische Gewalt erfahren.
Viele Einreichungen in diesem Jahr waren wie der Anzug von der Stange: solide genäht, passgenau gefertigt. Caroline Seibts Krimi ist eher wie das handgemachte Kleidungsstück, manche Naht nicht ganz exakt, aber ein Unikat. Auch deswegen erhält sie den Glauser-Preis für den Debütroman. Wir erkennen ihr großes Potential und wünschen nicht nur ihr, sondern allen Debütanten mehr Aufmerksamkeit und sorgsame Begleitung durch Lektorat und Verlag.
Außerdem nominiert waren:
Andrea Bonetto: Abschied auf Italienisch (Droemer)
Oliver Juli: Das Gebot des Bösen (Emons)
Jury:
Ivonne Keller, Stefan Keller, Erwin Kohl, Eberhard Michaely, Kirsten Püttjer und Elke Pistor (Jury-Organisation)
Die PreisträgerInnen der Vorjahre finden Sie hier.
2023: Sybille Ruge: Davenport 160 x 90, Suhrkamp


Foto © Emotional Gallery
Die Begründung der Jury:
„Meinen Vater lernte ich auf seiner Beerdigung kennen. Seine Auslöschung hatte bereits zu Lebzeiten stattgefunden. Meine Mutter hatte sechs Wochen zuvor, kurz vor ihrem Tod, erstmals seinen Namen
erwähnt.“
Sonja Slanski, Betreiberin einer Inkassofirma, erbt nach dem Tod ihrer Eltern einen Sanifair-Bon sowie eine zehn Jahre jüngere Halbschwester, Luna Moon, Künstlerin und Escort-Girl. Als sie Luna ermordet in ihrer Wohnung findet, kämpft die scheinbar abgebrühte Slanski um ihren seelischen Halt. Voller Misstrauen gegenüber der Polizei sucht sie nach dem Mörder der einzigen Person, die sie geliebt hat und verwickelt sich in immer waghalsigere Ermittlungen
im kriminellen Kunst- und Wirtschaftsmilieu Frankfurts.
Sybille Ruge zeichnet ihre Ermittlerin Slanski vordergründig als Nihilistin, deren Vertrauen allein ihrer Rossi 971 gilt. Doch auf der Jagd nach Lunas Mörder taumelt sie, den Halt verlierend, durch ein kühl inszeniertes Frankfurt voller schräger Figuren, trägt innerlich und äußerlich Narben davon, bis sie dem mutmaßlichen
Mörder schließlich vor einer Installation gegenübersteht, die ein Spiegelbild ihres eigenen Lebens ist. Die Sprache des Romans gleicht der Protagonistin: Hart, präzise,
lakonisch. Das Tempo ist hoch, man wird mitgerissen vom Sog der Ereignisse. Ein origineller und schonungsloser Roman voller ungewöhnlicher Details.
Außerdem nominiert waren:
- Mina Albich: Mexikoplatz
- Annemarie Mitterhofer: Wiener Rosenmord
- Paul Schüler: 1942 - Das Labor
- Antje Zimmermann: Frau Faust
Für den GLAUSER-Preis 2023 konnten bis zum 30. November 2022 deutschsprachige Kriminalromane von Verlagen eingereicht werden, deren Erscheinungstermin zwischen Dezember 2021 und November 2022 lag (Originalausgaben).
Jury:
Laura Noll, Nina Röttger, Günther Thömmes, Sabine Trinkaus, Ingrid Werner und Marc-Oliver Bischoff (Jury-Organisation)
2022: Eberhard Michaely, Frau Helbing und der tote Fagottist, Kampa Verlag


Foto © Heike Schröder
Begründung der Jury:
„Frau Helbing war gut gelaunt. Nicht wegen des Wetters. Heute würde es regnen. Das konnte sie unschwer an den dicken Wolken erkennen, die tief über den Dächern der Hansestadt hingen. Aber sie würde gleich nach dem Frühstück Herrn von Pohl das Fagott zurückgeben können.“
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Die bisherigen PreisträgerInnen in der Kategorie "Kurzkrimi"
2024: Franziska Henze: Grenzerfahrung. In: Tatort Nord 2 - Urlaubskrimis von Helgoland bis Usedom, HarperCollins

Franziska Henze (Foto © Roman Henze)
Grenzerfahrung
In: Tatort Nord 2 - Urlaubskrimis von Helgoland bis Usedom (HarperCollins)
Eine Frau checkt in genau dem Ostsee-Hotel ein, in dem sie vor über 30 Jahren auf der Flucht aus der DDR gestrandet ist.
Ein junger Mann hadert nicht nur mit seiner Kindheit in Ost- Waisenhäusern, sondern auch mit seinem Hotel-Job. Als er realisiert, wer da plötzlich an der Rezeption steht, ändert sich alles. Eine dramatische Entwicklung findet ihren Höhepunkt auf dem Wasser und mündet in einem tragischen Ende.
Dank Franziska Henzes geschickter Perspektivführung sehen wir hilflos zu, wie sich zwei Leben aufeinander zubewegen. Ihr Schicksal ist eng verknüpft, beide fühlen sich betrogen, beide haben ihre eigene Wahrheit über das, was sich in der Vergangenheit zugetragen hat. Je bedrohlicher sich die Situation zuspitzt, desto mehr werden wir hineingezogen in einen Sog aus Hoffen und Bangen.
Außerdem nominiert waren:
Rita M. Janaczek: Gabriel und die Frau in Schwarz. In: Gabriel und die Frau in Schwarz (Machandel)
Christian Kuhn alias Fynn Jacob: Pakjesavond, Tatort: Amsterdam. In: Tatort Weihnachten - Weihnachtskrimis mit Rezepten (Penguin Random House)
Sunil Mann: Old School. In: MordsSchweiz 2 (Gmeiner)
Roland Spranger: Malaise. In: Jugendstil und Heinerblut - Kriminelle Geschichten aus Darmstadt (KBV)
2023: Christiane Dieckerhoff mit Bescherkind in: Wichtel, Wunder, Weihnachtmord. 24 Weihnachtskrimis von Kiel bis Wien


Foto © Ilona Voss
Die Begründung der Jury:
In einer kalten Winternacht kehrt die namenlose Protagonistin in ihr Heimatdorf Leipe in Brandenburg, zurück. Es ist eine melancholische Reise in die Vergangenheit, die von verlorener Liebe, geplatzten Träumen, Wiedervereinigung und einem Jugenddrama berichtet.
Die facettenreiche Welt von "Bescherkind" wirkt gelebt, alle Handlungsstränge sind perfekt miteinander verwoben. Ein Text so feinfühlig, so subtil und emotional wuchtig zugleich, dass er an Feinstofflichkeit grenzt und selbst steinerne Herzen zu erweichen vermag. Christiane Dieckerhoff ist nicht nur ein emotional packender Kurzkrimi, sondern auch eine moderne Liebesgeschichte ganz im Geiste der Weihnacht gelungen.
Außerdem nominiert waren:
- Thomas Kastura: Der Pakt. In: Wichtel, Wunder, Weihnachtmord. 24 Weihnachtskrimis von Kiel bis Wien
- Erwin Kohl: Braune Nächte. In: Schaurige Orte am Niederrhein. Unheimliche Geschichten.
- Günter Neuwirth: Die alte Rassel, seine gute Pumpe. In: Einmal kurz die Welt retten. Krimis.
- Elke Pistor: Venn. In: Tatort Eifel 8. Kriminelle Kurzgeschichten
In der "Kurzkrimi"-Jury für den GLAUSER 2023 waren: Raoul Biltgen, Mike Mateescu, Christiane Antons, Michael Thode und Andrea Nagele, Marlies Ferber (Juryorganisation).
2022: Kathrin Heinrichs, "Freier Fall" In: Im Mordfall Iserlohn, Emons Verlag
Kathrin Heinrichs (Foto: © Sarah Koska)
Luisa hat kastanienbraunes Haar und smaragdgrüne Augen. Sie ist 18 Jahre alt. Als ihr Vater sie zum letzten Mal sieht, sind ihre Augen geschlossen, das Haar ist blutverklebt. Sie liegt in der Rechtsmedizin. Das Auto, aus dem ihre Leiche geborgen wurde, hat ihr Vater ihr geschenkt, damit sie sicher zur Universität und wieder zurück nach Hause kam. Doch ein Gullydeckel, von einer Autobahnbrücke geworfen, hat sie getötet. Weil die Polizei den Täter nicht findet, macht der Vater sich allein auf die Suche. Am Ende hat er Erfolg. Glaubt er.

Begründung der Jury:
Kathrin Heinrichs stellt die Handlung aus zwei verschiedenen Blickwinkeln dar. Was Luisa gedacht haben mag, erfahren wir über ihren Vater. Was wir über den Mörder wissen, erfahren wir über den Mittäter. Entscheidend ist nicht die eigentliche Aktion, sondern der Weg dorthin und die Folgen für alle Beteiligten. Und die sind anders, als der Leser erwartet. Ganz anders.
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Die bisherigen PreisträgerInnen in der Kategorie "Kinder-/Jugendkrimi"


Oracle (Loewe)
(Foto © Gaby Gerster)
Hochspannend und unterhaltsam erzählt Ursula Poznanski in ihrem Jugendthriller „Oracle“ das Dilemma eines modernen Orakels. Als Kind litt Julian unter angsteinflößenden Visionen: Einem seiner Mitschüler quoll Nebel aus den Augen, bei einem anderen verbargen schwarze Keile das Gesicht, manche verschwanden halb hinter wabernden roten Wolken. Jahrelang hat Julian Tabletten gegen diese vermeintlichen Trugbilder genommen. Doch jetzt muss er schockiert erkennen, dass einiges wahr geworden ist, so sitzen die Betreffenden im Rollstuhl oder sind sogar verstorben. Hat Julian etwa Signale aus der Zukunft gesehen? Könnte er womöglich Unglücke verhindern? Als er sich von seinem neuen Zimmernachbarn Robin im Studentenheim überreden lässt, die Tabletten abzusetzen, kommen Nebel und Schatten prompt zurück, tauchen auch an seiner Therapeutin und seinen Mitbewohnern auf. Bald befürchtet Julian eine Katastrophe. Aber kann und darf er das Schicksal beeinflussen und das Morgen verändern?
Die psychologische Tiefe der Figuren lässt mit ihnen mitfühlen und für sie hoffen. Diversität ist ganz selbstverständlich in die Geschichte eingebaut. Und dass Ursula Poznanski nie mit dem pädagogischen Zeigefinger daherkommt, macht bestimmt auch einen Teil ihres großen Erfolgs vor allem bei ihren jungen Leserinnen und Lesern aus.
Mit „Oracle“ hat die vielfach ausgezeichnete Autorin eine rasante, berührende Story mit Mystery-Elementen geschaffen, die voller überraschender Wendungen steckt und von Anfang bis Ende begeistert. Kurz: ein preiswürdiger Pageturner für die Jury des Syndikats! Und das nicht zum ersten Mal. Bereits 2016 erhielt Ursula Poznanski für ihren Jugendthriller „Layers“ den Hans-Jörg-Martin-Preis des Syndikats, der mittlerweile aufgeteilt und umbenannt wurde in Glauser-Preis für den besten Kinderkrimi und Glauser-Preis für den besten Jugendkrimi. Letzteren erhält die Autorin in diesem Jahr höchst verdient für „Oracle“.
Außerdem nominiert waren:
Monika Feth: Und du wirst lächelnd sterben (cbj)
Colin Hadler: Exilium (Planet!)
Jury:
Anke Küpper, Jana Scheerer, Ella Theiss, Mariella Terzo und Anke Kemper (Juryrganisation)
2023: Elisabeth Herrmann: Ravna – Die Tote in den Nachtbergen, CBJ
Foto © Dominik Butzman
Die Begründung der Jury:
Elisabeth Herrmann hat es geschafft, eine wunderbare Welt mit nordischem Einfluss zu beschreiben. Mit ihrem mitreißenden Schreibstil fesselt sie die Leser/innen und bringt einem gleichzeitig die Protagonisten nahe. Trotz der Länge kreiert sie eine kontinuierliche Spannungskurve, wobei ihr ihre intensive und präzise Ausdrucksweise zu Hilfe kommt.
Außerdem nominiert waren:
- Colin Hadler: Ancora. Die Zeit ist gegen dich
- Melissa C. Hill, Anja Stapor: Lupus Noctis
Jury:
Johanna Büchel, Andreas Götz, Maren Graf und Erich Weidinger (Juryorganisation) und Anke Kemper (Jury-Co-Organisation)
2022: Dirk Reinhardt, Perfect Storm, Gerstenberg Verlag


Foto © Vanessa Jansen
Bei einem Online-Computerspiel lernen sich sechs junge Hacktivist:innen aus der ganzen Welt kennen. Als sie von Menschrechtsverletzungen im Kongo erfahren, beschließen sie, sich in die Systeme der beiden involvierten US-Konzerne zu hacken, um belastendes Material zu leaken. Doch die machen aus den Jäger:innen Gejagte im Cyberkrieg um Macht und Geld, um Recht und Moral. Und die Schlinge des amerikanischen Geheimdienstes zieht sich immer enger um die Gruppe.
Präzise Recherchen, eine ungewöhnliche literarische Technik, die das Lebensgefühl der Protagonist:innen widerspiegelt und die Beschäftigung mit aktuellen Fragen der Zeit machen aus dem politischen Roman und spannendem Thriller vor allem eines: Eine herausragende Geschichte.
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Die bisherigen PreisträgerInnen in der Kategorie "Kinderkrimi"
Der Preis "Kinderkrimi" (bis 12 Jahre) wird seit 2020 getrennt vom Jugendkrimi (ab 12 Jahre) verliehen.

Lena Hach
Was Wanda will (Mixtvision)
(Foto © Anja Schaffner)
Wer einen typischen Kinderkrimi erwartet, sollte von diesem Buch die Finger lassen – oder: Doch nicht! Denn so unkonventionell diese Geschichte daherkommt, wird sie jede Leserin und jeden Leser in den Bann ziehen und begeistern.
Wanda ist die Neue an der Schule. So weit, so normal. Aber weshalb muss sie gleich am ersten Tag der Rektorin versprechen, die Schule nicht „aufzumischen“? Hat Wandas Vater etwa vor seiner Tochter gewarnt?
„Es steht außer Frage, dass er übertrieben hat. Weil er immer übertreibt, wenn es um Wanda geht.“ Hier ist der Wanda-Sound hörbar: Eine Sprache, die sachlich und neutral wirkt, aber gnadenlos subjektiv die Sicht der Figur wiedergibt, aus deren Perspektive gerade erzählt wird. Das ist nicht nur sehr lustig, sondern führt auch vor Augen, wie schnell wir unsere Annahmen für Fakten halten.
Aber nun zu Wandas Ziel: einen wertvollen Gegenstand aus einer Luxusvilla rauben. Dazu braucht sie ein Team. Gefragt sind Unauffälligkeit, Charme, handwerkliches Geschick, Sportlichkeit und kalligrafisches Können. Wanda findet an der Schule tatsächlich fünf passende Leute. Und bei der kriminellen Zusammenarbeit lösen sich ganz nebenbei festgefahrene Rollen und Hierarchien in Luft auf. Das ist so witzig, tief und spannend erzählt, dass beim Lesen der Wunsch aufkommt, selbst Teil von Wandas Team zu werden – Einbruchdiebstahl hin oder her.
Aber: Was will Wanda wirklich?
Das wird auch ihren Verbündeten erst ganz zum Schluss klar. Und nun erscheint Wandas Plan in einem anderen Licht. Verfolgte sie doch kein rein kriminelles Ziel? Gibt es sogar eine moralische Rechtfertigung für den Einbruch? Das muss jede Leserin und jeder Leser selbst entscheiden. Und das ist, neben allen anderen Vorzügen dieses Buches, die große Stärke von „Was Wanda will“.
Außerdem nominiert waren:
Stepha Quitterer: Pepe und der Oktopus auf der Flucht vor der Müllmafia (Gerstenberg)
Christina Wolff: Bildspringer (Woow Books)
Jury:
Anke Küpper, Jana Scheerer, Ella Theiss, Mariella Terzo und Anke Kemper (Juryrganisation)

(Foto © Fotostudio NEVA Düsseldorf)
Jury-Begründung:
Rory Shy und seine Assistentin Matilda begeben sich auf ein Abenteuer, um das Geheimnis von Schloss Eichhorn zu lüften. Mit ihren unterschiedlichen und unerschrockenen Charakteren stellen sie sich den Gefahren, die ihnen auf ihrem Weg begegnen. Doch werden sie es schaffen, das Schloss vor dem Untergang zu bewahren und den zehn Jahre alten Mordfall an einer Lehrerin zu lösen?
Wir haben dieses Buch nominiert, weil es immer spannend, actionreich und sehr gut geschrieben ist. Lustig war auch die Gegensätzlichkeit der zwei Ermittler. Außerdem kann man nie vorhersagen, was als nächstes passiert. Eine spannende Geschichte voller Action und Abenteuer!
Außerdem nominiert waren:
- Oliver Kern: Emma & Tartufo – Mit Schnüffelrüssel auf heißer Spur
- Frauke Scheunemann: T wie Tessa – Codewort Lotusblüte
Jury: Johanna Büchel, Andreas Götz, Maren Graf und Erich Weidinger (Juryorganisation) und Anke Kemper (Jury-Co-Organisation)
2022: Cornelia Franz, Calypsos Irrfahrt, Carlsen Verlag


Eigentlich hatte es für Oscar und seine Eltern ein fröhlicher Segeltörn auf dem Mittelmehr werden sollen, doch dann fischen sie zwei afrikanische Kinder aus dem Meer, deren Flüchtlingsboot untergegangen ist. Bei der darauffolgenden Irrfahrt durch die Hafenstädte mehrerer Anrainerländer müssen sie erfahren, dass sich niemand für diese Kinder zuständig fühlt.
Jury-Begründung:
Eigentlich hatte es für Oscar und seine Eltern ein fröhlicher Segeltörn auf dem Mittelmehr werden sollen, doch dann fischen sie zwei afrikanische Kinder aus dem Meer, deren Flüchtlingsboot untergegangen ist. Bei der darauffolgenden Irrfahrt durch die Hafenstädte mehrerer Anrainerländer müssen sie erfahren, dass sich niemand für diese Kinder zuständig fühlt. Das europäische Verbrechen gegenüber Flüchtlingen wird an diesem Fall eindrucksvoll, aber unpathetisch dargestellt.
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Die bisherigen Ehrenglauser-PreisträgerInnen
Ehren-GLAUSER für paul ott
Die Jury des SYNDIKATS hat dem Schriftsteller, Organisator, Herausgeber und Literaturwissenschaftler Paul Ott in Würdigung seines herausragenden Engagements für die deutschsprachige Krimiszene den Ehren-GLAUSER 2024 zuerkannt. Die Auszeichnung wird am Mittwoch, den 15. Mai 2024, während der 39. CRIMINALE in Hannover überreicht.
Begründung der Jury
Die Schweiz ist ein Staat mit vier offiziellen Landessprachen, einer Menge Berge und eigener Währung inmitten der Europäischen Union, wenn auch unabhängig von ihr. Das stellt die Einwohner:innen, Schriftsteller:innen und natürlich auch die Krimischaffenden vor eine ganze Reihe von Problemen. Wer Krimis auf Deutsch veröffentlicht, muss sich oft Verlag und Publikum außerhalb des Landes suchen, um ein Auskommen zu haben. Von daher ist der unermüdliche Einsatz von Paul Ott für die Kriminalliteratur in der Schweiz seit mehr als zwanzig Jahren besonders hoch zu bewerten und auch für die anderen deutschsprachigen Länder bedeutsam.
Während sich der Schriftsteller Paul Ott zunächst journalistisch auf Rockmusik und die Punkszene konzentrierte, treffen wir ihn schon wenige Jahre später als Krimiautor an mit seinem Romandebüt Arbeit am Skelett (1987). Den Kurzkrimi entdeckt er für sich 1995, und als Herausgeber widmet er sich seit 2001 in erster Linie Kriminal-Anthologien mit Schweizer Themen und Orten. Dabei berücksichtigt er in der Auswahl der Geschichten auch die anderen Sprachbereiche der Schweiz - französisch, italienisch und rätoromanisch.
Weit über diese Aktivitäten hinaus geht jedoch Paul Otts Interesse an der Kriminalliteratur der Schweiz von ihren Anfängen an. Seine Untersuchung Mord im Alpenglühen (2005, erw. Neuausg. 2020) beleuchtet erstmals die Geschichte des Schweizer Krimis, und die darin enthaltene Bibliographie von auf Deutsch und Französisch schreibenden Krimiautor:innen macht es auf lange Sicht zu einem Standardwerk.
Nach dieser Leistung schien es nur folgerichtig, dass Paul Ott sich für ein Schweizer Krimi-Archiv stark machte. Seit 2021 besteht dieses Archiv in Grenchen und wird vom Verein Krimi Schweiz betrieben, der sich aus Autor:innen aller vier Landessprachen zusammensetzt. In der für die Schweiz einzigartigen Einrichtung sind bislang mehrere tausend Bücher, Sekundärmaterial und demnächst auch Autor:innen-Nachlässe gesammelt. Alle zwei Jahre vergibt der Verein den Schweizer Krimipreis an drei Preisträger:innen im Rahmen eines Krimifestivals in Grenchen.
Paul Ott, geboren 1955, wuchs in Goldach am Bodensee und in St. Gallen auf. Seit 1974 wohnt er in Bern, wo er Germanistik und Kunstgeschichte studierte und zunächst als Lehrer arbeitete. Neben seiner journalistischen Tätigkeit veröffentlicht er vor allem unter seinem Pseudonym Paul Lascaux seit 1987 Kriminalromane und Kurzkrimis, die meist in der Stadt Bern oder in Dörfern und Gegenden im Kanton Bern spielen.
Als Initiator der "Mordstage" organisierte und gestaltete Paul Ott von 2001 bis 2011 alle zwei Jahre Krimifestivals, die alle Teile der Schweiz mit einbezogen. Dazu lud er nicht nur deutschsprachige Autorinnen und Autoren aus der Schweiz ein, sondern gewann auch Krimischaffende aus den anderssprachigen Landesteilen und aus aller Welt. Damit konnte er nicht nur dem Publikum abwechslungsreiche Unterhaltung bieten, sondern förderte auch den für die Krimiautor:innen unverzichtbaren Austausch auf hohem Niveau. Viele von uns haben Paul Ott dabei als stets souveränen Organisator, herzlichen und hilfsbereiten Kollegen und Kenner auch leiblicher Genüsse erlebt.
2007 hat er bei der Criminale in Singen den Schweizer Teil des Festivals betreut und war auch im Organisationsteam für die Criminale, die 2013 in Bern, Solothurn, Thun und Burgdorf stattfand.
Für Mord im Alpenglühen wurde Paul Ott 2020 mit dem Spezialpreis der Deutschsprachigen Literaturkommission des Kantons Bern ausgezeichnet. Bereits zuvor verlieh ihm die Literaturkommission der Stadt Bern 2011 ihren Spezialpreis für seine Verdienste um den Kriminalroman. Außer dem SYNDIKAT und der AIEP (International Association of Crime Writers) gehört Paul Ott auch dem Berner Schriftstellerinnen und Schriftsteller Verein an, in dessen Vorstand er von 1998 bis 2003 saß, sowie den Autorinnen und Autoren der Schweiz (AdS) und dem Verein Krimi Schweiz.
Die Ehren-GLAUSER-Jury des SYNDIKATS 2024: Sabina Altermatt, Herbert Dutzler und Almuth Heuner
Ehren-GLAUSER für Ralf Kramp
Die Jury des SYNDIKATS hat dem Schriftsteller, Verleger, Archivar, Veranstalter und Moderator in Würdigung seines herausragenden Engagements für die deutschsprachige Krimiszene den Ehren-GLAUSER 2023 zuerkannt. Die Auszeichnung wird am wird am Mittwoch, den 10. Mai 2023 während der der 38. CRIMINALE in Darmstadt überreicht.
Begründung der Jury
Mit dem Ehren-GLAUSER wird 2023 ein Mann ausgezeichnet, ohne den man sich die deutschsprachige Krimiszene nicht vorstellen kann: Ralf Kramp. Er ist als Krimiautor, Krimikenner, Verleger, Archivar, Veranstalter und Moderator seit Jahrzehnten eine feste Größe in der deutschsprachigen Krimilandschaft.
In seiner Eigenschaft als Autor ist er vor allem für seine launigen Kurzkrimis bekannt; in fast jährlichem Rhythmus schreibt er darüber hinaus auch eine Reihe um den kauzigen Ermittler Herbie Feldmann. Doch sein Wirken für das Krimigenre beschränkt sich nicht aufs Schreiben. 2007 gründete er mit seiner Ehefrau Monika Kramp das Kriminalhaus, zu dem das mit viel Liebe eingerichtete Café Sherlock sowie das Deutsche Krimi-Archiv mit weit über 30.000 Büchern gehört. Das Krimihotel in Hillesheim wurde von Ralf Kramp ebenfalls liebevoll ausgestattet, von den Psycho-Duschvorhängen bis zu Derricks Tränensäcken hinter Glas. Er veranstaltet regelmäßig Lesungen in Hillesheim, u. a. das "Happy Kadaver Festival". Nicht von ungefähr schreibt man ihm zu, Hillesheim zur Krimihauptstadt Deutschlands gemacht zu haben.
Unter Kramps Leitung veröffentlicht der KBV-Verlag mit Sitz in Hillesheim Kriminalromane und Anthologien weit über die Grenzen der Region hinaus. So wurde etwa Jacques Berndorf, der „Vater des Regionalkrimis“, von Kramp verlegt, aber auch Newcomer*innen erhalten in seinem Haus eine Chance. Die Messestände seines Verlags in Frankfurt und Leipzig sind legendär und ein beliebter Treffpunkt vieler Krimischaffenden.
Ralf Kramps Crime-Comedy-Lesungen sind ein Genuss, er ist ein geborener Entertainer, was er viele Jahre auch als Moderator des „Tango Criminale“ anlässlich des Jahrestreffen des SYNDIKATs gekonnt unter Beweis stellte.
Mit Wilhelm Schäfer gründete er 1997 die "Agentur Blutspur", die Krimi-affinen Amateur-Ermittler*innen regelmäßig mörderische Wochenenden zum „Mitraten“ anbietet und gehört zum Planungsteam des Medienfestivals „Tatort Eifel“.
Mit dem Ehren-GLAUSER wird 2023 ein Mann ausgezeichnet, der sich in unermüdlichem Einsatz um den deutschsprachigen Krimi verdient gemacht hat.
Ralf Kramp, 1963 in Euskirchen geboren, ist Krimiautor, Verleger, Archivar, Veranstalter und Moderator. Als profunder Kenner des Krimi-Genres betreibt er zusammen mit seiner Frau Monika Kramp seit 2007 in Hillesheim das Kriminalhaus, in dem sich neben dem Café Sherlock auch das Deutsche Krimi-Archiv mit über 30.000 Büchern befindet, die größte zusammenhängende Sammlung deutschsprachiger Kriminalliteratur weltweit. Mit Wilhelm Schäfer gründete er 1997 die "Agentur Blutspur", die Krimi-Wochenenden mit Mördersuche in Echtzeit anbietet. Ralf Kramp zeichnete zudem für die Ausstattung des Krimihotels in Hillesheim verantwortlich und gehört zum Planungsteam des Medienfestivals „Tatort Eifel“. Durch seine Lesereisen und Veranstaltungen ist er weit über die Grenzen der Region bekannt und war lange Jahre Moderator des „Tango Criminale“, dem Gala-Abend auf dem Jahrestreffen des SYNDIKATS. Seit 2002 führt er den unabhängigen KBV-Verlag.
Die Ehren-GLAUSER-Jury des SYNDIKATS 2023: Tatjana Kruse, Sabina Altermatt und Herbert Dutzler
Ehren-GLAUSER für Beate und Jeff Maxian
Die Jury des SYNDIKATS hat den Ehren-GLAUSER 2022 dem "Krimi Literatur Festival" - Jeff und Beate Maxian - für herausragendes Engagement im Bereich der deutschsprachigen Kriminalliteratur zuerkannt. Jeff und Beate Maxian werden am Samstag, den 21. Mai 2022, in einer großen Gala geehrt. Seit 2007 veranstalten sie im Raum Attersee/Oberösterreich jährlich das „Krimi Literatur Festival“. Es ist damit das traditionsreichste Krimifestival Österreichs. In 15 Jahren des Bestehens lasen im Rahmen dieses Festivals bisher 157 Autor:innen an Schauplätzen im Salzkammergut, aber auch in Linz und Wien. Die Veranstalter:innen haben stets Wert darauf gelegt, neben Stars der Szene aus den deutschsprachigen Ländern auch Nachwuchsautor:innen eine Chance und eine Stimme zu geben. Sie waren und sind wegweisend für alle Veranstalter:innen von Literaturfestivals.
Begründung der Jury
Jeff und Beate Maxian – letztere vor allem als Autorin bekannt - organisieren seit 2007 das „Krimi Literatur Festival“. In den Anfangsjahren beschränkten sich die Schauplätze des Festivals auf die Gemeinden rund um den Attersee und die Bezirksstadt Vöcklabruck. In den späteren Jahren kamen Schauplätze im gesamten Salzkammergut, in der Landeshauptstadt Linz und sogar die „Krimitage Wien“ hinzu. Dies alles ohne die Unterstützung großer Sponsoren. Auch in den Pandemiejahren 2020 und 2021 fand das Festival statt, wenn auch notgedrungen mit reduziertem Programm.
Neben Stars der Szene aus der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) waren bisher auch sämtliche Preisträger:innen des Österreichischen Krimipreises beim Festival zu Gast. Doch nicht nur bereits arrivierten Autor:innen bietet das Festival eine Bühne, es werden stets auch Newcomer:innen zu Lesungen eingeladen und gefördert.
Verdient gemacht hat sich das Festival auch durch die Bemühungen, die im deutschen Sprachraum oft nahezu unüberwindlichen Barrieren zwischen U- und E-Literatur zu übersteigen, um im Namen der Leseförderung und Lesefreude (bei Großen und Kleinen) alle Genres der Kriminalliteratur mit einzubinden.
Darüber hinaus sind aus dem Festival durch die herausgeberische Tätigkeit der Veranstaltungsleitung zahlreiche Anthologien entstanden, von „Tatort Salzkammergut“ (2009) bis „Mordsbescherung 3“ (2018).
Die Preisträger:innen haben mit ihrem Festival gezeigt, dass auch ohne finanzkräftige Unterstützung im Hintergrund die Ausrichtung eines Festivals über einen langen Zeitraum hinweg möglich ist. Dadurch konnten sie hoffentlich andere motivieren, es ihnen gleichzutun. Sie haben sich damit um die Krimiszene hochverdient gemacht.
Die Ehren-GLAUSER-Jury des SYNDIKATS 2022: Tatjana Kruse, Herbert Dutzler und Sabina Altermatt




