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Münchner Literaturpreis für Friedrich Ani
Friedrich Ani erhält den Münchner Literaturpreis. Aus der Begründung der Jury: „Friedrich Ani kennt man seit 30 Jahren als herausragenden, originellen und vielfach preisgekrönten Krimi-Autor (...).Um Mord und Totschlag geht es darin auch. Aber noch weit mehr um das Hin(ein)schauen in die Gegenwart. Weswegen uns Ani literarisch auch in kein touristisches Weißwurst-München und stattdessen in weniger bekannte Seitenstraßen der Stadt führt. Das alles macht er mit einer genauso poetischen wie klaren Sprache, mit psychologischem Tiefblick, der neben zahlreichen Abgründen vor allem die Einsamkeit der Menschen offenbart. Und für dieses vielseitige, tiefgründige Lebenswerk erhält Friedrich Ani den Literaturpreis der Stadt München.″
Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Sie wird vergeben an SchriftstellerInnen, deren Werke in Stil und Gehalt hohe Qualität aufweisen und die München als Literaturstadt Geltung und Ansehen verschaffen. Wir gratulieren unserem Mitglied ganz herzlich!
Vorstellung der GLAUSER-Nominierten 2026: Kategorie "Roman": Cay Rademacher
Wir stellen euch, nach und nach, die Nominierten der GLAUSER-Preise vor.

Cay Rademacher
Nacht der Ruinen (Dumont)
Foto © Johanna Zimmermann
Ein spannender und hervorragend recherchierter historischer Kriminalroman aus Köln, kurz vor Kriegsende 1945: Die alliierten Truppen haben die zerstörte Stadt erreicht, der Rhein ist jetzt die neue Front. Mit den amerikanischen Verbänden kommt auch der junge Soldat Joe Salmon in die Domstadt, ein Kölner Jude, der vor dem Krieg nur mit knapper Not aus seiner Heimat fliehen konnte. Er erhält den Auftrag, den Lynchmord an einem amerikanischen Piloten aufzuklären.
Eine dramatische Odyssee durch die fast menschenleere Stadt beginnt. Joe sucht in den noch rauchenden Trümmern aber nicht nur den Mörder oder die Mörderin. Er möchte auch alte Freunde und seine große Liebe wiederfinden. Und ahnt nicht, dass sie ein Schlüssel für die Lösung seines Falls sind.
Mit Nacht der Ruinen ist Cay Rademacher wieder ein brillanter, unglaublich dicht geschriebener Krimi gelungen, der bis zum Ende fesselt und kluge Fragen nach der Bedeutung von Wahrheit und Schuld in Zeiten des Krieges stellt
Dritte Orte: neue Rolle für Bibliotheken
Vorstellung der GLAUSER-Nominierten 2026: Kategorie "Kinderkrimi": Rieke Patwardhan
Wir stellen euch, nach und nach, die Nominierten der GLAUSER-Preise vor.


Rieke Patwardhan
Maggie Müller ermittelt - Ein GANS furchterregender Fall (Carlsen)
(Foto © privat)
Maggie Müller ist mutig, schlau, arbeitet an einem Kefir betriebenen Raumschiff – und träumt davon, einmal Detektivin in Schottland zu werden. Als die Gänse ihrer Nachbarin, der überängstlichen Autorin Violetta Winkelmann, entführt werden, nehmen Maggie und ihr Freund Samuel die Ermittlungen auf. Hat Violettas burschikose Agentin Rosi etwas mit dem Verschwinden der Tiere zu tun? Oder ihre spießigen Nachbarn, denen das Federvieh schon lange ein Dorn im Auge ist? Maggie ermittelt in alle Richtungen, aber dann entwickelt sich der Fall Gans anders, als sie vermutet hat …
Rieke Patwardhan ist mit Maggie Müller ermittelt – Ein Gans furchterregender Fall ein spannender und warmherziger Kinderkrimi gelungen, der sich durch seine leichte, humorvolle Sprache auszeichnet und dessen liebenswerter Protagonistin Maggie man mit großem Vergnügen bei ihren Ermittlungen folgt.
Vorstellung der GLAUSER-Nominieren 2026: Kategorie "Debütroman": Robert Lackner
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Robert Lackner
Seidenstrasse (Kremayr &Scheriau)
Foto © privat
Ein Handelsabkommen mit China steht kurz vor dem Abschluss, doch wütende Proteste im Hamburger Hafen und eine brutal ermordete chinesische Unternehmensberaterin gefährden die Verhandlungen. Der Sicherheitschef des Hamburger Hafens, Max Oster, der kurz zuvor mit der Toten in der Oper war, steht schnell als Hauptverdächtiger fest. Gemeinsam mit der Investigativ-Journalistin Laura Schneider macht er sich auf die Suche nach den wahren Tätern und stößt dabei auf ein Dickicht aus Machtspielen, Intrigen und persönlichen Animositäten, in dem Werte wie Moral und Demokratie zu hohlen Phrasen verkommen. Politiker, Unternehmer, Geheimdienste, Presse und Polizei verfolgen ihre eigenen Interessen und sind nicht zimperlich in der Wahl ihrer Mittel.
Robert Lackner erzählt vor dem Hintergrund der weltweiten chinesischen Wirtschaftsexpansion, die als „Neue Seidenstraße“ firmiert, und dem eskalierenden Konflikt im südchinesischen Meer diese komplexe Gemengelage gekonnt als rasanten, spannenden und aktuellen Politthriller.
Penguin Random House klagt gegen Open AI
Die Verlagsgruppe Penguin Random House hat beim Landgericht München eine Klage gegen OpenAI eingereicht. Es geht um die Urheberrechte ihres Autors und Illustrators Ingo Siegner an den Inhalten seiner Buchreihe „Der kleine Drache Kokosnuss“. Diese sieht die Verlagsgruppe verletzt. Hintergrund: Der von OpenAI Ireland Ltd. angebotene KI-Chatbot ChatGPT gebe Inhalte aus urheberrechtlich geschützten Werken von Ingo Siegner in erkennbarer Form wieder, erklärt Penguin Random House in einer Meldung. Außerdem erzeuge der Chatbot Illustrationen der Figur des „Kleinen Drachen Kokosnuss", die dem Original zum Verwechseln ähnlich sähen. ChatGPT gebe zusätzlich „eigeninitiativ Vorschläge zur Erstellung eines druckfertigen Manuskriptes einschließlich rechtsverletzendem Cover und Klappentexten sowie konkreten Anleitungen zur Einstellung auf Selfpublishing-Plattformen". Der Börsenverein begrüßt die Klage in seiner Stellungnahme als „wichtigen Schritt hin zur dringend nötigen Regulierung generativer KI.” Mehr erfahrt ihr hier
Vorstellung der GLAUSER-Nominierten 2026: Kategorie "Roman: Anne Freytag
Wir stellen euch, nach und nach, die Nominierten der GLAUSER-Preise vor.
Blaues Wunder (Kampa)
Foto © Studio Tasca
Der Roman Blaues Wunder von Anne Freytag drängt sich nicht auf. Der Sommer auf dem Meer wird leise erzählt.
Drei Paare und ein mysteriöser Sohn auf einer Luxusyacht in philippinischen Gewässern. Was nach traumhaftem Urlaub klingt, entpuppt sich als toxisches Assessment-Center. Durch die Perspektiven der Ehefrauen werden subtile Machtspiele seziert. Aus zunächst nur dekorativen Begleiterinnen entwickeln sich weitblickende Beobachterinnen.
Mit sprachlicher Sensibilität und psychologischer Genauigkeit erzählt dieser Roman von zwischenmenschlichen Dynamiken, die nicht am großen Knall zerbrechen, sondern an feinen Rissen. Er zeigt, dass Spannung auch aus Stille entstehen kann. Und dass Literatur dort am stärksten ist, wo sie uns mit unseren eigenen Gefühlen konfrontiert, ohne sie zu erklären.
Der Roman ist eine schonungslose Analyse ökonomischer Abhängigkeiten und patriarchaler Strukturen und zeigt, wie schwer es ist, sich aus diesen Abhängigkeiten zu befreien.
Ein Leseerlebnis, das lange nachhallt.
Jury: Ursula Hahnenberg, Hendrik Berg, Peter Märkert, Bernhard Aichner, Klaudia Blasl, Andreas Russenberger, Thea Krüger und Lena Johannson (Jury-Organisation)
(Die Aussschreibungen für das Jahr 2027 finden Sie hier.)
Vorstellung der GLAUSER-Nominierten 2026: Kategorie "Kinderkrimi": Benedict Mirow
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Benedict Mirow
Joshua Jackelby (Thienemann)
(Foto © Stephan Rumpf)
Joshua Jackelby schlägt sich als Zeitungsjunge im viktorianischen London durch. Seine Heimat ist eine Nische beim Kohlelager der Waterloo Station, seine Familie die Straßenkinder, mit denen er alles teilt, was die Reisenden zwischen den Bänken und unter den Sitzen vergessen. Er träumt von einer Zukunft als berittener Bote der Königin. Als Joshua und seine Freunde Zeugen eines schrecklichen Verbrechens werden, geraten sie in die Ermittlungen - und in Lebensgefahr.
Sie tauchen in die dunklen Gassen Londons ein, eine Welt voller Schurken, feindlicher Straßenbanden und geheimnisvoller Zirkusartisten. Im Wettlauf mit der Zeit jagen sie skrupellose Diebe, die eine sensationelle Erfindung gestohlen haben. Ein atmosphärisch dichter, abenteuerlicher Kinderroman, der einen von Anfang an fesselt. Ein bisschen Charles Dickens, ein bisschen Steampunk und ganz viel Herz und Freundschaft.

