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News

Vorstellung der GLAUSER-Nominierten 2026 Kategorie "Roman": Vera Buck

30. Apr. 2026
Kategorie: News

 Wir stellen euch, nach und nach, die Nominierten der GLAUSER-Preise vor.



   Der dunkle SommerVera Buck Copyright Asja CaspariVera Buck

Der dunkle Sommer (Rowohlt Polaris)

Foto © Asja Caspari

Ein Angebot, dem niemand widerstehen kann. Ein Haus in Italien für nur einen Euro. Was klingt wie ein Hauptgewinn, entwickelt sich für Architektin Tilda und Journalist Enzo zu einem Alptraum, in dem es mehr Geister und Geheimnisse als Antworten zu geben scheint. Ist der alte Silvio wirklich der Einzige, der die Wahrheit kennt? Was hat sich in den alten Mauern des Hauses abgespielt?

Vera Buck entwickelt in Der dunkle Sommer eine atmosphärisch dichte Krimihandlung und hält gekonnt die Spannung. Dass sie in Italien studiert hat, zahlt sich aus. Sie nimmt den Leser mit und beschreibt die Verhältnisse auf Sardinien glaubhaft und bildreich. Düster, dicht und packend erzählt Buck aus wechselnden Perspektiven und erwischt ihre Leser emotional. Keine ihrer Figuren ist „frei von Schuld“, niemand ein Superheld oder durchgehend böse. Es geht um falsche Hoffnungen und falsche Entscheidungen. Das verleiht dem Buch eine sehr menschliche Ebene, die vollkommen begeistert.

 

 


 

Nachruf auf Reinhold Friedl

29. Apr. 2026
Kategorie: News

Unser lieber Kollege Reinhold Friedl wird leider bei der nächsten CRIMINALE in Salzburg nicht mehr dabei sein. Mitte April ist er verstorben. Geboren wurde er im Juni1948 in Hamburg.

Der promovierte Politik- und Wirtschaftswissenschaftler arbeitete als Polizeivollzugsbeamter im BGS, als Oberstudienrat und als Referatsleiter in der Präsidialabteilung der Hamburger Schulbehörde (Kultusministerium), war Mitinhaber eines politischen Kleinverlages und internationaler Beamter im diplomatischen Dienst der Vereinten Nationen (UNESCO/UNHCR) in Genf, Paris und Afrika. Er war Honorarprofessor an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und Vertreter der UNO-Flüchtlingshilfe für Norddeutschland.

Seit über dreißig Jahren publizierte er wissenschaftliche Bücher und Artikel. „Kriminell“ wurde Friedl das erste Mal mit dem Kurzkrimi „Ein landesüblicher Handel“, der 1985 in der Süddeutschen Zeitung erschien. Seine Krimis/Romane spielen im Elbe-Weser-Dreieck, an der Nordsee, in Oldenburg, Hamburg, Genf, bei der UNO, am Horn von Afrika, in Afghanistan, Algerien, in der Sahara, im Heiligen Land und reichen oft in die internationale Politik. 2011 wurde ihm der Literaturpreis „Goldener Hecht“ der Arbeitsgemeinschaft Osteland verliehen.

Häufig war Reinhold Friedl auf Lesungen anzutreffen. Er liebe den Kontakt zum Publikum. Wenn man ihn auf der CRIMINALE, dem Branchentreff der Kriminalautorinnen und Autoren traf, war er stets guter Dinge. Als Mitglied des Bremer Krimistammtisches veröffentlichte er auch zahlreiche Krimi-Kurzgeschichten in den Anthologien des Stammtisches. Er lebte im Cuxland und in Oldenburg. Der Stammtisch in Bremen und das SYNDIKAT werden ihn und seine pfiffige Art sehr vermissen.  

Toby Martins

Nachruf auf unser Ehren-Mitglied Ruth Weiss

28. Apr. 2026
Kategorie: News

Miss Moore ermittelt nicht mehr

Im Herbst vergangenen Jahres starb mit hundertundeinem Jahr die Journalistin und Krimiautorin Ruth Weiss

Ein Nachruf auf unser Ehrenmitglied von Lutz Kliche

Ihr Lebensweg war ein besonderer und gleichzeitig ein typischer für viele Jüdinnen und Juden ihrer Generation: Geboren 1924 in eine deutsch-jüdische Familie in Fürth, musste sie 1936 mit ihrer Familie vor der Verfolgung durch das Naziregime aus Deutschland fliehen. Sie selbst hat es so beschrieben:

„Mein Leben war geprägt durch zwei Umstände: meine Geburt als Jüdin im Deutschland vor dem Nationalsozialismus, die Erfahrung von Rassismus als Antisemitismus und die Flucht vor Verfolgung und Vernichtung, wie sie Millionen von Jüdinnen und Juden erleiden mussten. Und durch das Ziel meiner Flucht: Südafrika, ein Land, in dem ich den Rassismus als Ausgrenzung aller „nicht-weißen“ Menschen unter dem menschenverachtenden System der Apartheid, der Rassentrennung, erlebte. Diese zwei Erfahrungen ergänzten und verstärkten sich gegenseitig, und brachten mich zu einer konsequenten Haltung gegenüber jeglicher Art von Ausgrenzung, Diskriminierung und ungerechter, erniedrigender Behandlung anders aussehender, denkender, glaubender, liebender und lebender Menschen.“

Toleranz und Respekt, aber auch klare Haltung gegenüber jeglicher Form von Ungerechtigkeit: Diese Haltung, diese Werte leiteten Ruth Weiss während der vielen Jahre ihrer Arbeit als Journalistin und Korrespondentin namhafter Zeitungen, für die sie vor allem in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren über den Prozess der Befreiung und Entkolonisierung im südlichen Afrika berichtete – das Ende der Apartheid in Südafrika und den Beginn der Demokratie mit Präsident Nelson Mandela an der Spitze war so etwas wie ein Schlusspunkt ihrer beruflichen Karriere.

Doch zur Ruhe setzte sie sich nie: Endlich konnte sie in der 1990er Jahren mit dem Schreiben von Romanen beginnen, darunter auch viele Kriminalromane. Meist hatten sie mit der Geschichte der Verfolgung von Jüdinnen und Juden oder der politischen Entwicklung in Afrika zu tun. Besonders hervorheben lässt sich die Reihe ihrer „Miss-Moore-Krimis“, in denen die Hauptfigur, Miss Emily Moore, ehemalige Geheimagentin ihrer Majestät der Königin, in ihrem Ruhestand Mordfälle löst, in England, Deutschland, Dänemark, Südafrika, Zimbabwe … Krimis im „klassischen“ Format, geschrieben mit wunderbarem, sehr englischem Sound und Humor, deren Protagonistin natürlich so etwas wie ein „Alter Ego“ der Autorin war.

Mit ihrer großen Klugheit, ja, Weisheit, ihrer Warmherzigkeit, ihrem Mut und ihrem unbedingten Respekt gegenüber allen Menschen hat Ruth Weiss zahllose Menschen inspiriert. Sie wird fehlen. Aber sie lebt fort in ihrem schriftstellerischen Werk.

Indiebuchmesse Wien: Samstag, 25. April 2026: Eintritt frei!

24. Apr. 2026
Kategorie: News

Unser Veranstaltungstipp zum Wochenende: Am Samstag, 25. April 2026, findet die erste Indiebuchmesse Wien statt.

Rund 40 unabhängige österreichische Verlage präsentieren von 11 bis 19 Uhr im Albert-Schweitzer-Haus, Schwarzspanierstraße 13, ihre Programme und bieten direkten Austausch mit den Verlegerinnen und Verlegern.

Der Eintritt ist frei. Hier erfahrt ihr mehr

 

 

Vorstellung der GLAUSER-Nominierten 2026: Kategorie "Jugendkrimi": Nina Scheweling

24. Apr. 2026
Kategorie: News

Wir stellen euch, nach und nach, die Nominierten der GLAUSER-Preise vor.


Academy of lies

Scheweling Nina Loewe Verlag Foto Peter Fraensemeier 300dpi

Nina Scheweling

Academy of lies - Anatomie einer Verschwörung (Loewe)

(Foto © Peter Fraensemeier)

Quinn Schreiber will den Tod verstehen. Denn Quinn wird sterben. Ihr Spenderherz wird bald den Dienst versagen, die Chancen auf ein neues stehen schlecht. Deswegen studiert Quinn Medizin an einer Eliteuniversität, setzt sich mit den verschiedenen Todesarten auseinander und schottet sich von ihren Mitmenschen ab. Statt mit ihrer WG-Partnerin und den anderen Erstsemestern ihren 18. Geburtstag zu feiern, lässt sie sich in der Bibliothek einschließen und beobachtet den Mord am Rektor der Akademie. Wenig später stirbt eine Studentin. Ausgerechnet Quinns Bruder gerät ins Visier der Ermittlungen, dabei ist er „einer von den Guten“. Quinn muss herausfinden, was wirklich geschehen ist. Dafür muss sie den Lügen der Akademie auf die Spur kommen und sich dem Leben stellen.

 

 

 


 

Das große CRIMINALE-Interview 26.04.26, 19 Uhr, ORF Radio Salzburg

22. Apr. 2026
Kategorie: News
Der Countdown läuft! In zwei Wochen startet die CRIMINALE in Salzburg. Wer sich auf den größten Krimi-Branchentreff Europas einstimmen möchte, sollte das Radio einschalten. Am 26.04. läuft um 19 Uhr auf ORF Radio Salzburg die Sendung "Lesen hören".  Darin berichten Manfred Baumann, Lutz Kreutzer und Katharina Eigner von der CRIMINALE. Sie stellen außerdem die Anthologie "Mord und Mozartkugel" vor und lesen aus ihren Geschichten. Also: reinhören und vorfreuen! Hier gehts zur Sendung

Münchner Literaturpreis für Friedrich Ani

20. Apr. 2026
Kategorie: News

Friedrich Ani erhält den Münchner Literaturpreis. Aus der Begründung der Jury: „Friedrich Ani kennt man seit 30 Jahren als herausragenden, originellen und vielfach preisgekrönten Krimi-Autor (...).Um Mord und Totschlag geht es darin auch. Aber noch weit mehr um das Hin(ein)schauen in die Gegenwart. Weswegen uns Ani literarisch auch in kein touristisches Weißwurst-München und stattdessen in weniger bekannte Seitenstraßen der Stadt führt. Das alles macht er mit einer genauso poetischen wie klaren Sprache, mit psychologischem Tiefblick, der neben zahlreichen Abgründen vor allem die Einsamkeit der Menschen offenbart. Und für dieses vielseitige, tiefgründige Lebenswerk erhält Friedrich Ani den Literaturpreis der Stadt München.″ 
Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Sie wird vergeben an SchriftstellerInnen, deren Werke in Stil und Gehalt hohe Qualität aufweisen und die München als Literaturstadt Geltung und Ansehen verschaffen. Wir gratulieren unserem Mitglied ganz herzlich!

Vorstellung der GLAUSER-Nominierten 2026: Kategorie "Roman": Cay Rademacher

17. Apr. 2026
Kategorie: News

 Wir stellen euch, nach und nach, die Nominierten der GLAUSER-Preise vor.

 

Nacht der Ruinen
RADEMACHER CAY c Johanna Zimmermann F25 C kleinCay Rademacher

Nacht der Ruinen (Dumont)

Foto © Johanna Zimmermann

Ein spannender und hervorragend recherchierter historischer Kriminalroman aus Köln, kurz vor Kriegsende 1945: Die alliierten Truppen haben die zerstörte Stadt erreicht, der Rhein ist jetzt die neue Front. Mit den amerikanischen Verbänden kommt auch der junge Soldat Joe Salomon in die Domstadt, ein Kölner Jude, der vor dem Krieg nur mit knapper Not aus seiner Heimat fliehen konnte. Er erhält den Auftrag, den Lynchmord an einem amerikanischen Piloten aufzuklären.

Eine dramatische Odyssee durch die fast menschenleere Stadt beginnt. Joe sucht in den noch rauchenden Trümmern aber nicht nur den Mörder oder die Mörderin. Er möchte auch alte Freunde und seine große Liebe wiederfinden. Und ahnt nicht, dass sie ein Schlüssel für die Lösung seines Falls sind.

Mit Nacht der Ruinen ist Cay Rademacher wieder ein brillanter, unglaublich dicht geschriebener Krimi gelungen, der bis zum Ende fesselt und kluge Fragen nach der Bedeutung von Wahrheit und Schuld in Zeiten des Krieges stellt

 

 


 

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