Wir stellen euch, nach und nach, die Nominierten der GLAUSER-Preise vor.
Fenna Williams
(Foto © Saskia Marloh)
Frosty the Snowman.
In: Festlich morden. (Emons)
„Ich würde alles dafür tun, Lokführer zu werden.“ Und der Protagonist Marty wird Reichsbahner. Mit Haut und Haar. Doch diesen Traumjob gibt es in der ehemaligen DDR nicht umsonst. Aus Marty wird Frosty, the Snowman, ein Stasi-Spitzel, der auch nicht davor zurückschreckt, seine Nachbarn und besten Freunde zu denunzieren. Genau die Freunde, die sich um ihn kümmerten, nachdem sein Vater in den Westen geflohen war, wodurch aus Marty der Sohn eines Verräters wurde. Seine Freunde verhelfen ihm auch, seinen Traum zu erreichen. Nach langer Zeit erfährt Marty, dass er selbst von den Menschen manipuliert und missbraucht wurde, denen er am meisten vertraut hat. Spannend, eindrucksvoll und ergreifend, in schnörkelloser Sprache, zeichnet Fenna Williams das Bild eines Mannes zwischen Scham und Schuld nach. Kunstvoll verwebt die Autorin dafür zwei Erzählstränge miteinander, die nach und nach das ganze Ausmaß der Tragödie enthüllen. Eine Geschichte über Verrat und Freundschaft in einer dunklen Zeit. Ein Krimi mit Tiefgang!